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Was Schule bewegt?

Eine Frage der Perspektiven, Zielen und Verantwortung 

  

In „der Schule“ ist es doch so: da sind viele Menschen (Kinder und Erwachsene), Ansprüche und Erwartungen, die mal im Einklang schwingen und mal unharmonisch aufeinander prellen. Wie im normalen Leben eben. Gerade im Zeitalter der Inklusion ist Vielfältigkeit ein zentrales Faktum unseres gemeinsamen Weges. Schule ist Vielfalt, das ist unumstritten. Und im Umkehrschluss ist Schule vielfältig bewegt. 

Seit vier Wochen nun sind wir schon wieder „in Betrieb“. 

Es ist eine Menge passiert in dieser Zeit. Gerade für die Schulneulinge ist etwas völlig Neues angebrochen. Aber auch für die 3.-Klässler ist es eine bewegende Zeit. Das erste Jahr mit Notengebung erwartet sie. Man könnte dies weiter und weiter denken. Letztlich ist jedem „Neuanfang“ ein ganz besonderer Zauber, aber auch eine ganz besondere Spannung inne. Und die hat es in sich. Positiv, aber manchmal leider auch negativ. Unser Bestreben ist stets, das Bestmögliche für jedes Kind zu realisieren und kein Kind aus dem Blick zu verlieren. Auch das ist ein gewaltiger und bewegender Anspruch...

Jeder hat seine Perspektive. Oder sogar mehrere Perspektiven. Wie zum Beispiel ich...

Als Lehrerin kenne ich mich aus.

Ich habe ausbildungsbedingt (Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen) sowohl an einer Grundschule, einer Hauptschule und einer Realschule gearbeitet, viele Lehrerkolleginnen und -kollegen kennen gelernt, viele Konferenzen erlebt, viele Schüler in mehreren Fächern unterrichtet und bei vielen Schulaktivitäten mitgemacht. Ich weiß: es gibt nicht pauschal „die“ Schüler oder „die“ Lehrer oder gar „die“ Schule. Auch ich bin nicht pauschal „die“ Lehrerin Frau Korves. Schließlich habe ich mich immer wieder neu auf Schulen, Kollegen und natürlich Schüler eingestellt, wodurch ich mich jedes Mal weiterentwickeln konnte. Obwohl es viele gute Momente gab, war es nicht immer einfach und toll, nein! Ich habe auch manches Mal in unterschiedlichen Zusammenhängen gedacht: „so kann es nicht sein“ oder auch „so kann und will ich nicht arbeiten“. Die Erwartungen an den Berufsstand Lehrer sind enorm hoch und vielfältig. Gleichzeitig ist das Ansehen in der Gesellschaft nicht gerade sehr positiv. Das kann schon ziemlich belastend sein. Ich habe das Glück gehabt, mit Kolleginnen und Menschen reden zu können. Aus diesen Gesprächen weiß ich, dass die individuelle Sichtweise unglaublich ausschlaggebend ist, sowohl für das eigene Wohlbefinden und auch für die Kinder, Eltern und letztlich für die Schulentwicklung. Meine Erfahrungen und Dialoge haben mich auf Themen gestoßen, die ich für unglaublich wichtig erachte und mit deren Auseinandersetzung ich mich weiterbewegen konnte. Zentral bei allen Überlegungen ist doch die Frage: Was brauchen Kinder? Was bewegt sie, was ist wichtig für sie und ihre erfolgreiche Zukunftsgestaltung?Darum geht es im Kern! Diese Fragen sind für uns Lehrerinnen berufsentscheidend. Für Eltern sind sie obligatorisch. Sie sind zentraler Bestandteil ihrer Verantwortung und Ihrer Liebe zum Kind! Auch ich bin Mutter.

Als Mutter eines 3- und eines 9-jährigen Sohnes habe ich viele Hoffnungen.

Ich wünsche mir, dass sie Vieles von ihren Potentialen in Schule einfließen lassen können, dass sie viele Erfahrungen der Selbstwirksamkeit machen dürfen und viele glückliche Schulmomente erleben werden. Ich wünsche mir, dass sie umfassend auf das Leben nach der Schulzeit vorbreitet werden und dass sie die Vielfalt der Gesellschaft positiv erfahren können. Ich wünsche mir Lehrerinnen und Lehrer für sie, die sie bestmöglich fördern und fordern; ich wünsche mir aber auch ein Schulsystem, dass sie nicht überfordert. Letztlich will ich sie gut aufgehoben wissen und keine Angst haben müssen, dass sie fehl am Platze sind.  Ich möchte als Mutter gerne mitwirken können, aber ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich Kontrolle ausüben muss. Ich möchte gerne vertrauen können. Jetzt frage ich mich: Ist das realistisch? Ist das zu viel gewünscht? 

Diese Sichtweise ist im Vergleich mit der vorherigen sozusagen eine völlig „unprofessionelle“. Sie ist eine rein mütterliche und sie spiegelt, dass ich als Mutter ganz anders reflektiere und anders bewegt bin.

Und trotzdem ist auch diese Perspektive wichtig. 

Ich glaube, Schule bewegt im Großen, was mich bzw. was uns individuell im Kleinen bewegt.

Deshalb ist es uns an der Bonifatiusschule ein bewusstes Anliegen, zu erfahren, was Sie bewegt. Unsere Schule lebt vom Austausch, von der Gemeinschaft. Es ist uns nicht egal, was sie bewegt. Wir bauen auf Ihre Expertise und auf Ihre Verantwortung gegenüber Ihrem Kind!

Liebe Kinder, Ihr seid uns wichtig. Um EUCH geht es. Deshalb ist uns daran gelegen, eine gute Beziehung zu Euch aufzubauen, damit Ihr Euch geborgen fühlt und gut lernen und wachsen könnt.

Und wir wollen immer wieder gern wissen:

Was bewegt Euch?

Es grüßt im Namen des Boni-Teams

Katharina Korves

 

PS: Mehr Themen und Blicke hinter die Kulissen gibt es im "Boni-Blog"!