Machen wir das Beste draus

Unser Leben ist in den letzten  Wochen durch  den Corona-Virus ein komplett anderes geworden. Das fängt beim häufigen Händewaschen und „In-die-Ellenbeuge-Husten/Nießen“ an und hört beim veränderten Alltag durch Schulschließungen und die Kontaktsperren auf.

Wir erleben eine noch nie dagewesene Zeit. Das verunsichert und ruft auch vielfältige Ängste hervor.

 

Die Situation und ihre Konsequenzen

 

Mittlerweile gibt es deutschlandweit viele tausend Krankheitsfälle. Der beste Weg, eine weitere Ansteckung zu stoppen und somit möglichst bald auch zurück in den „normalen“ Alltag zu finden, ist, die Anweisungen der Bundeskanzlerin zu befolgen. Soziale Kontakte sollen und MÜSSEN auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden; das Leben sollte sich vorwiegend Zuhause abspielen. „Stay at home“, „Bleiben wir Zuhause“ heißt es auf allen Kanälen und in jeglichen Medien. Und wenn man hinaus geht an die frische Luft (was meiner Ansicht nach gut und sinnvoll für die körperliche und psychische Gesundheit ist), dann ist das nur mit hohen Auflagen möglich. Das Ziel ist, Ansteckungen zu verhindern und somit möglichst bald „das alte Leben“ wieder aufnehmen zu können. Ein lohnenswerter, absolut notwendiger Ansatz.

 

Ein  anderes Leben, ein anderes Lernen beginnt.

 

Na klar, es fällt nicht so leicht, Zuhause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden. Wir Kolleginnen vermissen zum Beispiel den direkten Kontakt zu einander und zu den Kindern. Es ist ein komisches Gefühl, sich nicht mehr jeden Tag zu sehen, auszutauschen, den ein oder anderen Scherz miteinander zu machen. Ich vermisse die sehr freundschaftlichen Gespräche mit meinen Kolleginnen, den Stau am Kopierer, den Pausenkaffee (auch wenn er oft sehr schnell sein muss), das bunte Treiben der Kinder auf dem Schulhof, die Geschichten und Lieder in den Unterrichtsstunden, die Erzählungen der Kinder, die sichtbaren Lernerfolge. Schulleben, wo bist du?

 

Lernen und Lernbegleitung sind nun komplett neu und mit neuen Herausforderungen verbunden. Weil wir eben nicht mehr direkt „face to face“ beim Kind sind...

Aktuell arbeiten wir an Möglichkeiten für digitales Lernen.

Wir hoffen darüber hinaus, dass die bereits gestellten Aufgabenpakete Zuhause gut umgesetzt werden können. Dazu ist sicher oftmals auch die Unterstützung und Anleitung durch Sie, liebe Eltern, notwendig. Wir ermutigen Sie hierzu und wünschen gutes Gelingen in Ihrer wichtigen Rolle als Lernbegleiter! Liebe Kinder, bleibt motiviert und lernfreudig!!!

 

Was tun in der Freizeit?

 

Der Freizeitbereich ist unserer Meinung nach aktuell besonders wichtig. Denn hier kann man emotional und körperlich „auftanken“, was für die Gesundheit wesentliche Faktoren sind. Freizeit Zuhause zu gestalten, ohne Verabredungen, kann schwierig sein. Man geht sich schnell auf die Nerven, hat verschiedene Vorstellungen, was die Tagesgestaltung anbelangt und gerät schneller aneinander. Man kann sich ja nicht mehr so aus dem Weg gehen und „hockt“ mehr aufeinander, insbesondere dann, wenn kein Garten vorhanden ist.

ABER: Meiner Meinung nach entsteht gerade aus beschränkten Möglichkeiten und Langeweile besonders viel Kreativität. Das ist eine riesige Chance, (neues) Potential zu entdecken und auszuschöpfen. Nutzen wir also diese Chance.

 

Und was macht ihr so?

 

Wir Kolleginnen sind da ebenso von betroffen. Und deswegen haben wir mal eine kleine Umfrage gemacht, womit man sich gerade gut und gerne beschäftigen kann. Hier die TOPLIST unserer eigenen privaten Freizeitgestaltung:

  • Aufräumen, was längst aufgeräumt werden sollte ;-)
  • Gartenarbeit
  • Spazieren gehen
  • Radfahren
  • Reiten
  • Hundesitting für Menschen, die es gerade nicht so können
  • Joggen
  • Gemeinsam Kochen mit den Liebsten
  • Planungen für die Schule (Schulprogramm, Außengelände der Schule) 

Und dann sind da noch die Empfehlungen des Boni-Teams, was man noch so mit Kindern erleben kann:

  • Den Wachendorfer Wald erkunden
  • Gesellschaftsspiele spielen und puzzeln
  • Ein Tagebuch führen, woraus man später vielleicht auch der Klasse vorlesen kann
  • Gemüsepflanzen für den eigenen Garten anzüchten (Tomaten, Radieschen und Kohlrabi sind leicht in kleinen Töpfen auszusähen und keimen schnell)
  • ALBA Sportprogramm via YouTube machen
  • Briefe schreiben und beim Spaziergang der Freundin oder dem Freund in den Briefkasten werfen (und so eine Brieffreundschaft gründen)
  • Das eigene Zimmer mit Erlaubnis der Eltern umgestalten
  • Brötchen oder einen Kuchen backen
  • Einen Parcours aufbauen und für selbst ausgedachte Sportspiele nutzen (zum Beispiel „nicht den Boden berühren“, „Wer ist am schnellsten?“)
  • Ein besonders schönes Bild über den Frühling malen; oder über den schönsten Tag, den man bislang in der schulfreien Zeit erlebt hat (und später gern in der Schule präsentieren!!!)

 

Am Ende bleibt festzuhalten: in jeder Krise steckt auch eine Chance.

 

Bei allen Sorgen und Ängsten ist es besonders wichtig, voran zu gehen und positiv zu bleiben.

Das ist meine tiefe Überzeugung. Ich erfreue mich an den kleinen Dingen:

Wenn die Sonne scheint und ich mit meinen Kindern ein Eis esse, genieße ich das nun noch viel mehr. Der Spaziergang mit dem Hund ist ein besonderes Erlebnis. Ich nehme die Natur noch viel mehr wahr. Ich höre meiner Familie noch viel mehr zu und bin dankbar für die intensiven gemeinsamen Momente. Ich schätze das Telefonat mit Freunden und Familienangehörigen und freue mich über Sätze wie „Ich vermisse Dich“. Ich lege meinen Nachbarn ein Paket Eier (von meinen Hühnern) vor die Tür und freue mich, wenn am Tag darauf eine Tüte Brötchen vor meiner Tür liegt. Ich bin soooo dankbar für diese ganz neue soziale Nähe.

Und ich bin mir sicher: Nach dieser Krise wird es definitiv nicht mehr so sein wie zuvor. Bewältigen wir also mit aller Kraft, was getan werden muss und was schwierig ist. Und bewahren wir das, was uns an Gutem in dieser Zeit wiederfährt.

 

In diesem Sinne: Machen Sie es gut!

 

Und: Machen WIR alle das Beste daraus!

 

Es grüßt sehr herzlich, im Namen des Boni-Teams

 

Katharina Korves

 

PS: Liebe Kinder, schreibt uns doch gerne eine Mail oder einen Brief darüber, was ihr so erlebt. Briefe können gern beim Spaziergang in den Schulbriefkasten gesteckt werden. Wir würden uns soooo sehr über eine Nachricht von euch freuen und planen, hinterher eine kleine Ausstellung mit euren Berichten zu machen!